29. Februar 2008 - 17:24 Uhr
Zweimal schon habe ich dieses mit vielen Oskars verdient ausgestatte Juwel bereits gesehen. Zuletzt in Barcelona. Version Original mit spanischen UTs. Und eigentlich möchte man danach auch nichts mehr schreiben. Denn es ist ein Film. Sehen! Sehen! Sehen! Javier Bardems Stimme, wenn sie basslastig “Call it” raunt und man die Vibrationen im Futter des Sessels spürt. Die Geräusche der Wüste, das kontrastreiche, aber von vielen Farben verlassene Bild, die vielen Kaffeekannen auf den 80er Jahre Wachstuchdecken von Tommy Lee Jones und das Zischen von Luftdruck. Die Cohen Brüder haben ein Meisterwerk gedreht. Ein WesternSerienkillerThriller. Auf der neuen Bewertungsskala definitiv 10 von 10 möglichen Punkten. (M)
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28. Februar 2008 - 17:20 Uhr
Zunächst war ich skeptisch: ein amerikanischer Film, der in der Kinovorschau irgendwie skandinavisch daherkommt und dann auch noch im Programm von Cine Lady? Aber Lars hat mich überrascht und überzeugt! Lars (Ryan Gosling) ein zurückhaltender Einzelgänger, der in der Garage seines Elternhauses lebt, stellt eines Tages seinem Bruder Gus (Paul Schneider) und dessen Frau Karin (Emily Mortimer) als neue Freundin eine lebensgroße Sexpuppe vor: Bianca. Bianca stammt aus Brasilien, sitzt im Rollstuhl und hat ein schweres Leben. Lars spricht und tanzt mit ihr, zeigt ihr seine Lieblingsplätze, nimmt sie mit auf Partys. All das klingt zunächst ziemlich skuril.
Lars spiegelt in der Puppe seinen Konflikt, seine Ängste und sein Trauma vom Tod der Mutter bei seiner Geburt. Sie trägt endlich das nach Außen, was er nicht kommunizieren kann. Die Puppe ist Externalisierung, Brücke, Mutter, Frau … viele Grüße an Herrn Freud! Doch eben ohne platte Witze wird hier eine Persönlichkeit am Rande sozialer Beziehungsfähigkeit gezeichnet, die wie ein Schmetterling darauf wartet, sich zu entfalten und zu fliegen, sich zu befreien. Langsam und unaufgeregt entspinnt sich die Geschichte, kommt der Zuschauer den Figuren erstaunlich nah, schafft der Regisseur einen Kosmos von Eindringlichkeit, Natürlichkeit mit Lars’ Wahnvorstellung, eine Puppe zu lieben und Nähe. Und ganz nebenbei werden Rollenbilder in Frage gestellt und visualisiert. Unbedingt zu empfehlen und bekommt von mir “++”. (ch)
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21. Februar 2008 - 14:23 Uhr
Noch 15 Minuten vor der Eröffnung wurde schnell das Licht noch ausgerichtet. Wie immer ist bei einer Gruppenausstellung mit eigentlich genügend Händen zum Arbeiten, wenn es darauf ankommt, keiner da. Und oftmals erscheinen die Hände gar nicht oder zu spät, um dann über zu wenig Platz oder ungünstige Ausstellungsplätze zu diskutieren. Arbeiten waren nicht fertig, die Präsentation nicht überlegt oder zu kompliziert – und viel zu wenig Zeit zum Aufbauen.
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19. Februar 2008 - 11:41 Uhr
Amerika in den 1980ern, die Zeit des Kalten Krieges, die Zeit des Afghanistan-Krieges. Der Kongressabgeordnete Charlie Wilson (Tom Hanks), eingeführt als Lebemann und politisch kleines Licht, erlangt der Texaner zufällig Kenntnis vom Krieg zwischen der Sowjetunion und Afghanistan. Persönlich berührt vom Schicksal tausender Flüchtlinge entschließt er sich zur Tat, zur Unterstützung der afghanischen Rebellen. Im Rücken hat er den CAI-Agenten Gust Avrakotos (Philip Seymour Hoffman), der die strategischen Fäden zieht und Joanne Herring (Julia Roberts), die Kommunisten hasst und als eine der einflußreichsten Frauen Amerikas gilt. Und Charlie Wilson schafft es tatsächlich das Budget für verdeckte militärische Oparaionen von 5 Mill. Dollar auf 500 Mill. Doller aufzustocken. Ausgegeben wird dies für Waffen, Ausbildung der Kämpfer, Kriegsinfrastruktur. Basierend auf einem Sachbuch, einer wahren Geschichte „Charlie Wilson‘s War: The Extraordinary Story Of The Largest Covert Operation In History“: Der Bestseller von George Crile III, zeigt der Film, was und wie Politik auch möglich ist. Bizarr, das so etwas möglich ist und makaber, dass ein paar Jahre später der Spieß herumgedreht wird und die Amerikaner gegen die Rebellen kämpfen, die sie “eben” noch unterstütz haben.
Der Film ist menschlich, ist ironisch und gleitet nie ab. Aber er ist einseitig und was mir fehlt, ist ein Statment zum Krieg, denn es ist, als ob Krieg mit diesem Film legalisiert wird. Und der, der Geld für Waffen beschafft hat, ist ein Held? Um politische Kino zu machen reicht eine Starbestzung und eine obskurer Plot meiner Meinung nach nicht aus. Deshalb nur “0″. (ch)
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19. Februar 2008 - 10:31 Uhr
Er liebt sie, doch sie – zu jung und ihrem Vater hörig – hält nicht das gegebene Versprechen. Sie heiratet einen anderen, gründet eine Familie. Er bindet sich nie, flüchtet in säuberlich in einem Notizbuch dokumentierte Affären. Nach 50 Jahren, neun Monaten, zwei Wochen und vier Tagen stirbt endlich der Ehemann und macht dadurch den Weg frei für die lange fällige Einlösung des Versprechens.
Das Geschichte spielt in Kolumbien um die Jahrhundertwende. Zwischen der reichen und durch Kaffee immer reicher werdenden Oberschicht, kleinen Beamten und wie Sklaven gehaltenen Ureinwohnern, zwischen Liberalen und Konservativen, amerikanischem und europäischen Einfluss, Infektionskrankheiten und beginnender Emanzipation. Die Liebe von Fermina und Florentino ist Rahmen und gleichzeitig Spiegel der enormen Veränderungen in fünfzig Jahren kolumbianischer Gesellschaft. Weiterlesen »
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18. Februar 2008 - 17:06 Uhr
Mein letzter Film der Berlinale war “Hey Hey It’s Esther Blueburger”. Ein australischer Film über ein Mädchen, dass normal sein möchte, aber nicht ist. Auf dem Weg der Erkenntnis trifft sie die unter anderem die Ente “Normal”, Gott in der Kloschüssel und das Mädchen “Sunni”. Die Frage ist: ist es besser normal zu wirken und damit von den Anderen geliebt zu werden oder einfach die zu sein, die man ist? Große Frage die in diesem Film liebevoll bearbeitet wird. Am Ende gibt es keine eindeutige Antwort, aber auf jeden Fall die Botschaft: Sei wie Du bist! Und hab’ den Mut dazu! Ein mitreißender Film empfohlen ab 12 Jahre, treffend besetzt, witzig und charmant, mit liebenswerten Details, der mit 103 min allerdings etwas zu lang ist. (ch)
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17. Februar 2008 - 01:16 Uhr
Seit Jahr und Tag suche ich nach der Bezeichnung für das Dings an der Supermarktkasse – eben dieses Ding, das mein Toastbrot von den Chips des Vodermanns trennt. Hunderte Kassierer habe ich befragt und heute brachte Wikipedia die Lösung, doch lest selbst: Weiterlesen »
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15. Februar 2008 - 12:49 Uhr
Eine große britische Romanvorlage, ein Oscar-Kandidat. Nominiert in sieben Kategorien, darunter “Bester Film”, “Beste Kamera” und “Bestes adaptiertes Drehbuch”. Meiner Meinung nach wieder mal eine amerikanische Übertreibung, auch wenn ich einige der Nominierungen für durchaus gerechtfertigt halte. “Atonement” nutzt intelligent komponierte Bilder, um zwischen den Perspektiven, Zeiten und Wahrheiten zu wechseln. Die Musik illustriert das Geschehen, entfremdet, ergänzt (ein wichtiges Instrument ist die Schreibmaschine). Weiterlesen »
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