29. Januar 2008 - 11:17 Uhr
Maggie hat sich eigentlich schon daran gewöhnt vergessen zu werden. In einem spießigen aber gammeligen Vorort Londons lebt sie ihrem Sohn gegenüber, doch der kommt nur, um ihr Vorwürfe zu machen. Ihre Freundinnen sind im Dorfladen respektierte, wohlhabende und sehr konservative, ebenfalls vergessene Frauen, deren letzte Hoffnung neue Skandale der Gemeinde sind.
Doch bevor ihr Enkel so einfach vergesen wird, geht Maggie dazwischen. Ollie liegt im Sterben, schon lange. Und nun ist die letzte Hoffnung eine neue Behandlungsmethode in Australien – außerhalb der Reichweite, so viel Geld hatten Maggies Sohn und seine Frau noch nie in der Hand.
Maggie fährt kurzentschlossen nach London, um Arbeit zu suchen. Vergeblich, das Arbeitssystem hat die 50Jährige schon lange abgeschrieben. Da kommt der Zettel im Schaufenster gerade recht “Hostess gesucht”. Doch der Job hat nichts mit aufräumen und bedienen zu tun. Es handelt sich um den neuesten Trend in Soho: Männer können sich durch ein Loch in der Wand “massieren” lassen. Maggie, pendelnd zwischen Verzweiflung und Ekel, nimmt an – ohne zu wissen, was dieser Schritt für ihre Familie, Freunde und ihr weiteres Leben bedeutet.
Ein stiller Film, der sehr weniger konkret als man es erwarten mag, die zweifelhafte Arbeit der Irina Palm begleitet. Die Kamera behält immer ihre Würde, so wie Maggie versucht ihren Anstand und Glauben an das Gute im Menschen zu behalten. Hin und wieder schleichen sich groteske Elemente ein, wie zum Beispiel Maggies Arbeitsschürze. Hoffnungslose Versuche den gewohnten Alltag in ein völlig unalltägliches Geschäft zu retten.
Dieser charmante, komische und einfach herrlich gespielte Film eignet sich bestens für einen regnerischen Samstag Nachmittag. “Irina Palm” bekommt auf der Skala — – o + ++ ein deutliches +.
(Hanna)
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23. Januar 2008 - 15:39 Uhr
Hier gab es ja schon mal einen Eintrag über sich ins Nichts auflösende Onlineformulare und die Leiden des Digitalen. Auch ich hatte wieder eine leidvolle Erfahrung: drei Beiträge für den Blog geschrieben und alle drei verschwanden in den Untiefen der Nullen und Einsen, weil irgendwas anders eingestellt war als sonst und so “plopp”…weg ist es. Mein Artikel an der Wandzeitung würde vielleicht noch hängen? ch
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23. Januar 2008 - 13:05 Uhr
Wie gut, dass Barcelona am Meer liegt.
Es gibt immer frischen Fisch und Meeresfrüchte. Der Wind vom Meer bläst den Smog der Großstadt davon (und manchmal auch die Wäsche). Die jungen Buitres haben ein immer gut mit Opfern bevölkertes Jagdgebiet. Und wenn man den Verkehr, die Menschen, die Stadt satt hat, fährt man mit der Straßenbahn bis El Maresme (übersetzt: Das Meer ist ich) und starrt in die Ferne. Beobachtet große Kontainerschiffe, Segler und FKK-Bader.
Mein Lieblingsplatz ist eine Bank unterhalb der Festung auf dem Montjuic. Von dort aus kann man den kleinen Hafen am Monumental de Cristobal Colón mit den Segelbooten und privaten Yachten, den grogen Hafen mit Fähren und Luxus-Dampfern und den Güterhafen – ein Gewirr aus LKWs, Kontainerwagen, Kränen, Silos und Legoähnlichen Lagerstellen – sehen. Alle paar Minuten blitzt es am Himmel und ein Flugzeug gleitet in Richtung Aeropuerto. An diesem Platz sitze ich neben den Möwen und wilden Katzen, riesigen Agaven und Stiefmütterchen.
Passt das Meer in einen Koffer?
(Hanna)

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12. Januar 2008 - 00:08 Uhr
Wir nähern uns dem Ende. Oder besser gesagt dem HDende. Noch ein Tag vor Weihnachten zauberte Nico die fehlenden Bilder in den Film und dann wurde bei den Paten in Berlin der letzte Feinschliff im Detail gemacht. Nächste Woche ist Farbkorrektur und dann wird gefeiert. Die Teampremiere wird wahrscheinlich am 13. April sein… Also Vormerken. (M)

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11. Januar 2008 - 17:49 Uhr
Die drei Fragezeichen… Die drei Fragezeichen… Justus Jonas, Peter Shaw, Bob Andrews. Die Helden unsrer Jugend. Eingefangen in Cinemascope, verpackt und internationalisiert auf einer Geisterinsel in Südafrika. Viel ist leider nicht geblieben. Vielleicht die Visitenkarte und der sehr gelungene Gastauftritt von Oliver Rohrbeck. Vier Autoren (4!) schrieben an dieser Mischung aus lauwarmer Wir-lieben-uns-alle Geschichte und Zitaten. Was übrig blieb war der Kommentar eines etwa zehnjährigen Jungen neben mir im Kino (Achtung Spoiler:): Der sagte, als Justus am Ende geküsst wird: Brrrrr – das find ich immer blöd. Mehr ist nicht zu schreiben. Ich schiebe mir eine meiner alten Kassetten (ja so etwas gibt es noch) in den Spieler und lausche… (M)
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8. Januar 2008 - 00:48 Uhr
Der Postbote stirbt aus. Verursacht nicht durch Stürze, Verkehrsunfälle, Blitzeis, wütende Empfänger oder deren vierbeinige Freunde. Die Sprachreform der Deutschen Post ist schuld.
Im Zuge der Professionalisierung unterqualifizierter Berufe ändert das Unternehmen die Bezeichnung in Briefzusteller (beziehungsweise: Briefzustellerin – mit Rücksicht auf die fortschreitende Gleichberechtigung von Geschlechterendungen im deutschen Sprachgebrauch). Dieser Schritt soll dem unterschätzten Berufsbild neuen Respekt verschaffen und die Attraktivität des Außendienstes unterstreichen. Von nun an werden Armeen von Briefzustellern aus der Autostaffel der Deutschen Post springen und schnell, zuverlässig und anonym unsere Briefe zustellen.
Vorbei die Zeiten, als man seinen Postboten noch persönlich kannte. Als er mit Fahrrad oder Handwagen jeden einzelnen Brief per Hand zum richtigen Haus trug. “Guten Tag, Herr Rothe. Geht es ihrem Bein besser? Selbstverständlich trage ich ihnen den Brief in die obere Etage.” Dafür ist keine Zeit mehr vorgesehen im deutschen Postsystem. Dabei ist der Postbote für manche Menschen der einzige Besuch des Tages; er bringt Urlaubsgrüße und Geburtstagskarten, den neuen Otto-Katalog oder die Tageszeitung.
Ich will meinen Postboten behalten. Und sollte ich mal jemanden brauchen, der schnell, zuverlässig und anonym meine Post zustellt, gehe ich ins Internet und schreibe eine Mail.
(Hanna)
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8. Januar 2008 - 00:24 Uhr
Winter in Deutschland: Eisregen, Dunkelheit und drinnen schön warm.
Winter in Barcelona: Spaziergang bei sonnigen 20°C, hell bis 19 Uhr und drinnen ganz schön kalt.
Kein Wunder, dass sich die Leute draußen treffen – ist einfach wärmer.
(Hanna)
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