23. Juni 2007 - 23:52 Uhr
… warum machst du die Menschen besonders an Wochenenden immer so aggressiv und böse. Warum sagst du ihnen nicht, dass es genügend Nahrungsmittel (zumindest im hiesigen Supermarkt) gibt und dass jeder, wenn er will, eine Kiwi und eine Banane abbekommt. Warum verstehen die Menschen (zumindest hier in Deutschland) nicht, dass eine kleine Portion Freundlichkeit allen hilft. Der Kassiererin, die neuerdings bis 22 Uhr an der Kasse sitzen muss, dem Papa, der das Kind ablenken soll, weil Mama noch Katzenfutter sucht, der Mann im Anzug, der eh viel zu stark schwitzt und irgend ein Geschenk für seine Schwiegermutter sucht, die er sowieso hasst und letztendlich auch jeder andere Käufer. Menschen am Samstag. Das ist eine traurige Geschichte. Schade. Denn es ist doch Wochenende. Und wenn dann mal keine Cola Light im Kühlschrank steht, ist es auch nicht so schlimm. Trinkt man halt was anderes. (M)
Kommentieren » | Allgemein
23. Juni 2007 - 20:36 Uhr
Ein dokumentarisches Porträt über drei 15-jährige Kreuzberger Mädchen: Klara, die auf die “Schwänzerschule” geht, die später vielleicht Pornodarstellerin werden oder irgenwas mit Tieren machen oder ein eigenes Café eröffnen möchte. Mina, die ihre erste große Liebe George trifft, der, obwohl er 12 Monate nach Lateinamerika will, nach drei Monaten zurückkommt, weil er es ohne Mina nicht aushält. Und Tanutscha, die nicht einsieht, dass sie nicht bis Nachts um 2 auf Party gehen kann. Alle drei stehen sie an der Grenze zum Erwachsen werden, beginnen Verantwortung für sich selbst übernehmen. Und alle drei versuchen sie diesen Weg auf ihre ganz persönliche Art und Weise auszutesten. Einfühlsam und detailreich erzählt, trägt sich der Film mit kleinen Längen über 90min. und bekommt von mir ein + auf unserer Film-punkte-skala. (ch)
Kommentieren » | Filmkritik
23. Juni 2007 - 20:15 Uhr
Manchmal bin auch ich erstaunt, wieviel bizarre Erlebnisse Weimar hin und wieder bietet. So war ich am Donnerstag unterwegs in Weimar zur Fête de la Musique, was leider durch viel Regen wenig Musik brachte. Dort traf ich recht wundersame Wesen, wie laut telefonierende Bernds, die Theaterregisseure sind, gerade Kafka inszenieren und bald nach Graz auf eine Festival fahren (Merke: wenn Du nicht willst, dass Weimar etwas über Dich erfährt, dann telefoniere leise!). Bernd trank Rotwein, sprang auf, verschwand, kam wieder bezahlte, verschwand, kam wieder, bezahlte…Nein, ich erzähle nichts vom Murmeltier, aber lustig war es allemal.
Später dann bin ich irgendwie in die PDS Zentrale geraten und sah mich plötzlich Nachts um eins zwei Stunden in eine politische Diskussion verwickelt. Leider entwickelte sich das Ganze zu einer Aneinanderreihung unsachlicher Parolen, die mir die Lust am Austausch verdorben haben. Schade, denn die Themen waren breit gefächert und durchaus lohnenswert zum diskutieren. Das letzte Mal habe ich tatsächlich Anfang der 1990er Jahre so vehement über Einstellungen und Weltsicht gestritten. Doch wahrscheinlich habe ich jetzt dort Hausverbot, weil ich mit 36 die Aroganz des Alters vor mir hertrage. (ch)
Kommentieren » | Allgemein
20. Juni 2007 - 20:35 Uhr
In die schöne Schweiz. Aber nicht zum Käse oder zum Eiger, sondern zum Drehen nach Basel. Zwei Tage Interview und Architektur. Wir freuen uns, Technik ist gepackt, der Mo sitzt gerade in meinen frischen Sachen, und ich träume von Eis ohne Stiehl, aber mit Pol. Der Urs (der ja bekanntlich seinen Namen aus eben dieser Region bekam – was soviel bedeutet wie Bär) und ich werden morgen um 6 Uhr (heul – das sind frustrierende Zeiten) mit dem Zügle aufbrechen. Wir melden uns, wenn wir wieder da sind. (M)
Kommentieren » | Allgemein
20. Juni 2007 - 13:10 Uhr
Ja, es ist schon eine Weile her. Nach fünf Tagen Außnahmezustand in Cannes kam das reale Leben sehr schnell in unseren Köpfen an.
Auf dem Rückweg machten wir noch einmal Halt im Schwarzwald und gingen – nach Häppchen und Champagner – mal so richtig essen: Rahmschnitzel und Käsespätzle. Ein richtiges Stück Fleisch! Nicht klein und fein, sondern mal einen ganzen großen Teller voller Essen!
Cannes hat sich wirklich gelohnt. Das Festival versprüht einen verrückten, aber sehr faszinierenden Charme. Viele Dinge bleiben im Dunkeln, aber keiner kümmert sich um die Geheimnisse des Kartenverkaufs und die Willkür der Türsteher. Man lernt Gott und die Welt kennen, besonders die deutsche Filmbranche. Irgendjemand sagte so passend: Die Deutschen sprechen so schlecht Französisch, dass sie in Cannes immer zusammen sind. Sie gehen gemeinsam von einem Empfang zum nächsten und so findet man leicht Kontakt zu Leuten, die sonst sehr weit weg sind.
In diesem Sinne: Cannes, wir kommen wieder!
(Hanna)
Kommentieren » | Cannes-Tagebuch
20. Juni 2007 - 11:39 Uhr
Ach, ich möchte mal wieder einen deutschen Film mit schönen Bilder sehen! Low Budget ist das eine, aber Bildkomposition etwas ganz anderes. Und dazu braucht man nicht unbedingt eine teure Ausrüstung oder 35mm-Material.
Die Geschichte von “Shoppen” ist dagegen sehr unterhaltsam: Zehn Leute werden beim Speed-Dating und den daraus resultierenden Begegnungen beobachtet. Mit sehr viel Sprachwitz, tollen Figurenkonstellationen und auf den Punkt gebrachte Klischees erlebt man amüsante, rasante 90 Minuten. (Ein Film unter 100 Minuten ist mittlerweile auch selten!)
Am Anfang habe ich etwas gezweifelt, ob sich ein Film, der fast ausschließlich aus Talking Heads besteht, tatsächlich über seine gesamte Dauer trägt. Aber ja! “Shoppen” ist sehenswert und ich empfehle ihn gerne weiter für einen unterhaltsamen Abend alleine, zu zweit, zu dritt, zu …
“Shoppen” von Ralf Westhof bekommt auf der Skala — – o + ++ ein solides +.
(Hanna)
1 Kommentar » | Filmkritik
15. Juni 2007 - 19:26 Uhr
von Hanna Reifgerst und Markus Dietrich
Momentan sind sie wieder in aller Munde. Beinahe spricht man sogar von einem neuen Trend zum Kinderfilm. Nicht nur die Politik scheint sich stärker auf die zukünftigen Wähler zu konzentrieren. Auch die Kultur möchte dem in nichts nachstehen.
Aber gibt es diesen von allen Seiten erträumten Boom?
Neulich Abend liefen die „Wilden Kerle“ im Fernsehen. Teil eins einer Reihe, die sich wohl noch ein wenig hinziehen wird. Man kann zu den Filmen stehen, wie man will, Kinder lieben sie. Die Kerle mit ihren Bällen, der absurden Geschichte und den vielen Symbolen. Erwachsene sehen sich da meistens in einem Konflikt und betteln beinahe, um nicht mit ihren Kindern ins Kino zu müssen. Aber auch dafür wurde gut gesorgt. Die DVD zum Film, das Hörspiel, die Begleitbücher und andere Accessoires, die das moderne Kinderzimmer verschönern, sorgen auch dafür, dass die Kerle nicht nur auf der Kinoleinwand ihrer wilden Leidenschaft nachgehen.
Weiterlesen »
Kommentieren » | Kinderfilm
15. Juni 2007 - 09:35 Uhr
Auf der “mach doch, was du willst” Website ist schon seit einigen Wochen der Trailer zum Projekt online. Einfach mal reinschauen. Ebenfalls gibt es auf der Website eine Liste mit Screening-Terminen.
Hier geht es zum Trailer

Kommentieren » | Allgemein